Falkensteiner Ritterbund e.V.
Falkensteiner Ritterbund e.V.

Gott zum Gruße!

Im Jahre 2001 als e.V. mit Vereinssitz in Flintsbach gegründet mit dem Zweck unsere Heimat- und Zeitgeschichte vor 800 Jahren lebendig darzustellen und zu vermitteln.
Unsere Darstellung erfolgt durch alle Schichten der damaligen Bevölkerung, ob es nun Ritter, Pfaffen, Handwerker oder Bauern sind.


Bei unserer Darstellung orientieren wir uns an anerkannten Vorlagen aus Büchern und zeitgeschichtlichen Dokumenten. Dazu gehört natürlich bei uns vor allem der „Codex Falkensteinensis“, welchen Graf Siboto IV niederschreiben ließ, damit seine beiden Söhne wussten, was sie denn einstmals beim Ableben ihres Vaters erben würden. Der Codex wurde 1166/67 verfasst. Notwendig war dies, da Siboto IV. mit Friedrich I. genannt Barbarossa an dessen 4-ten Italienfeldzug teilnahm und es doch recht ungewiss war ob er wieder heimkommen werde. Ob Siboto IV. dabei war, weiß man letztendlich nicht, was man jedoch weiß, ist, das Barbarossas Heer im Sommer 1167 vor Rom von einer Seuche (Malaria) schwer dezimiert wurde und er mit dem kläglichen Rest über die Alpen flüchten musste.

Uns ist der Codex Falkensteinensis aus dieser Zeit erhalten geblieben. Er ist übrigens das einzige Urbar weltlicher Herrscher aus dieser Zeit in ganz Deutschland wenn nicht gar in Europa. Alle anderen niedergeschriebenen Dokumente sind aus kirchlicher Hand!


Bei unserer Arbeit legen wir natürlich Wert darauf, das ganze so authentisch wie möglich und soweit bekannt darzustellen. Schuhe aus Leder genäht, Helme selber geschmiedet, Schild verleimt und gebogen, Gewänder oder Gambesons handgenäht etc. Das meiste unserer Ausrüstung ist selbstgebaut und wird dann im harten Einsatz auf dem Felde getestet. Auf diese Weise können sich Theorie und Praxis ergänzen, oftmals belehrt die Praxis die Theorie und nicht umgekehrt. So ist es ganz nett, Ritter auf der Leinwand locker und leicht mit dem Schwert schwingend zwischen den Feinden herum hüpfen zu sehen (natürlich hat er vorher seinen Helm abgenommen, damit man ihn besser erkennen kann). Nein!!! Die Praxis sieht anders aus! So ein Kettenhemd wiegt je nach Ausführung um die 25 kg, dazu kommt ein Gambeson der auch schnell mal 4 kg wiegen kann (solange er trocken und nicht vollgeschwitzt ist), dazu ein Helm ca. 3 kg, ein Schild ca. 7 kg und dazu noch Schwert, Axt, Lanze, Morgenstern, etc. So kommen schnell 40 kg Ausrüstung am Mann zusammen! Damit sind keine hohen Hüpfer mehr zu erwarten. Mittlerweile gibt es fast nichts mehr, was wir noch nicht selber gebaut und erprobt haben. Einer unserer Höhepunkte war der Bau unserer „Burgunda“, ein schwerer sogenannter „Onager“. Eine Steinschleuder mit der wir 10 kg schwere Steinkugeln 150 m weit schleudern konnten. Oder der Bau unserer Balliste auch Skorpion genannt, mit der wir große Speere schießen können. Das neueste Projekt unserer Bastelwut ist eine Mangole den wir „Friedbringer“ nennen. Unsere kompromisslose Ausführung unserer Projekte bezüglich Baustoffe und Bauart, macht aus jedem Teil das wir anfertigen ein museumsgetreues Zeugnis seiner Zeit, soweit Vergleiche vorhanden sind.


Unser Interesse für Zeitgeschichte ist sehr vielfältig. So haben wir 2005 in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Denkmalamtes wichtige Instandsetzungsmaßnahmen an den Mauern der Burg Kirnstein vorgenommen und damit verhindert, dass die Westmauer auseinanderbricht. Mittlerweile sind wir sogar stolzer Besitzer unserer eigenen Burg mit Wassergraben, Zugbrücke, Bergfried, Belagerungsturm, etc. und sogar ein Film fürs bayrische Fernsehen wurde über uns schon gedreht.
Auf diese Weise bringen wir Falkensteiner Ritter Licht ins dunkle Mittelalter! Dass es nicht so dunkel war wie man lange meinte ist heute anders und der Arbeit von Gruppen und Vereinen, wie wir es sind, zu verdanken.

Zeitgleich zum Codex war auch die große Epoche der Kreuzzüge, bei der abertausende das Kreuz nahmen um Jerusalem, die heilige Stadt von den Moslems zu befreien. Namen wie Richard Löwenherz und Saladin sind seitdem untrennbar verbunden. Gottfried von Boullion, Raimund von Toulouse, Nur ed Din, Balduin der Leprakranke König von Jerusalem, der mit 300 Rittern Saladins Zehntausendschaft bei Ramla besiegte! Enrico Dandolo, Doge von Venedig, der ein Kreuzfahrerheer umleitete um Konstantinopel zu erobern. Aber auch Barbarossa ertrunken im Saleph und sein Enkel Friedrich II, der „Stupor Mundi“ das Staunen der Welt, dem es auf diplomatischem Wege gelang Jerusalem nochmal der christlichen Welt zugänglich zu machen sich dabei selbst zum König von Jerusalem krönte. Aber auch Hildegard von Bingen, Walter von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Bernhard von Clairvaux, die Templer, die Katahrer, die Troubadure, Robin Hood, die Reconquista, die Normannen, etc. Namen und Begriffe wie sie unlösbar mit dieser Epoche verbunden sind.

Viel Zeit ist seitdem vergangen, die Ritter sind zu Asche und Staub zerfallen, ihre scharfen Schwerter sowie ihre schwarzglänzenden Kettenhemden verrostet oder als Nagel umgeschmiedet. Ihre in der Sonne gebleichten Knochen vom Wind und Sand geschleift, zu Asche verbrannt, ihre Banner und Fahnen mit den ruhmreichen Wappen ihrer stolzen Besitzer von Würmern und Motten zerfressen, ihre Burgen und Mauern zu Ruinen verfallen und zusammengestürzt. Nur wenig zeugt mehr von derer Glanz und Gloria aus dieser großen Zeit unserer Ahnen. Jenes Zeitalter in dem langsam Licht ins „dunkle Mittelalter“ kam. Nur ein paar Ruinen stehen noch, in denen man ab und zu ein paar interessante und vermeintlich spektakuläre Funde macht.

 

Doch halt, blau-gelbe Fahnen, Banner und Wappen flattern im Wind? Polierte Eisenhelme und Lanzenspitzen glänzen in der Sonne? Schwarze Kettenhemden rasseln, Schwerter und Schilde krachen aneinander, so dass man meinen könnte man steht mittendrin und glaubt einen Zeitsprung gemacht zu haben!? Dann lieber Besucher, danke dem Herrn, denn du hast die letzten dieser Art, nämlich die Falkensteiner Ritter getroffen!
Denn wie unsere Ahnen haben wir das Kreuz genommen und geschworen, zu kämpfen bis Jerusalem wieder Unser ist!

Deus lo Volt
Gott will es!

Siboto IV. von Falkenstein


P.S.
Die Mitglieder unseres Vereins kommen verstreut aus ganz Bayern. Der Eine macht einen Bauern der Andere einen Kleriker, mancher einen Waffenknecht oder auch einen Handwerker, usw. ....es ist für Jeden und Jede etwas dabei.
Bist du interessiert an Zeitgeschichte? Hast du eine romantische Ader und dir gefallen Filme wie Robin und Mary Ann, El Cid, Bravehart, etc. ...bist du bereit und hart genug als Zeitreisender deine Rolle finden zu wollen? Willst auch du das Kreuz nehmen und Jerusalem von den Heiden zu befreien?
Dann schicke uns einen Kurier mit einem Pergamentum und wir werden uns bei dir melden.

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