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Im Jahre 2001 als erstes Großprojekt der Falkensteiner konstruiert und in vielen Arbeitsstunden realisiert. Unsere "Gundi" wie sie liebevoll genannt wurde, war bei Freund und Feind berühmt. Ihr typisches Klackern beim spannen und das Tock beim abschießen flößte den Feinden Ehrfurcht ein. So manche Belagerung konnten wir mit der "dicken Burgunda" entscheiden. Die härtesten Einsätze waren 2003 in der Auerburg, Herzberg 2004/2005, sowie Mauterndorf 2005 oder Neubeuern 2006. Das Katapult ist komplett aus Fichte gearbeitet nur der Schlagbaum ist aus Esche. Die Gundi ist ein sogenanntes Torsionskatapult, hierbei werden Seile verdreht, der auf diese Art vorgespannte Schlagbaum will sich dann wieder ausdrehen. Bei unserem Onager sind 800m eingezogen! Die ersten Schußergebnisse mit einer 11 kg schweren Steinkugel ergaben 165m. Größere Schußdistanzen konnten aber aufgrund mangelnder Wiesenlänge nie ermittelt werden, aber 250 m wären sicher möglich gewesen. Der Name "dicke Burgunda" ist an die schweren Geschütze des ersten Weltkrieges der "dicken Berta" angelehnt. Seit 2001 haben wir mit der Gundi ca. 500-600 Schuß abgegeben. Für die Belagerung verwendeten wir Styroporhalbkugeln mit Wasserballons gefüllt. Wir waren in der lage diese Kugeln 90-100m weit zu schießen. So mancher Volltreffer konnte dabei gelandet werden. Leider hauchte unsere "Gundi" 2010 im Juni ihr Leben aus, der Widderbalken ist durchgebrochen und die Querträger hat es dabei abgedreht. Das Fichtenholz war im laufe der Zeit morsch geworden, eine reparatur war nicht mehr sinnvoll.
Baujahr 2000/2001 letzter Einsatz Juni 2010

Balliste, Skorpion
Die ersten Ballisten wurden von den Griechen gebaut, die Erfindung soll auf keinen geringeren als Archimedes zurückgehen. Seitdem waren sie ohne unterbrechung im Einsatz. Besonders bei den Römern wurden die Ballisten ständig verbessert und die größten Geschütze dieses Typs wurden auch von ihnen gefertigt. Letztmalig historisch belegt wurden sie 1452 bei der belagerung Konstantinopels verwendet. Grundsätzlich gibt es zwei Typen, die Balliste mit denen Steinkugeln oder Tontöpfe mit Brandsätzen verschossen werden, oder Scorpione mit denen große Pfeile, eigentlich Speere geschoßen werden. Unser Geschütz ist ein "Zwitter" durch einlegen einer Schiene können beide Munitionsarten verschoßen werden. Unsere Balliste ist komplett von Handgefertigt. Die Materialien sind Esche, Ulme und Eiche, die Torsionsbüchsen aus Bronze. Die Eisenteile von Hand geschmiedet. Baujahr 2004/05. Grundlage für die Konstruktion waren Orginalfunde von Torsionsbüchsen auf einem römischen Kriegsschiff. Die erzielten Schußleistungen sind beachtlich. Steinkugeln mit ca. 550g ohne ballistische Kurve, fliegen um die 140m weit! Bei einem Abschußwinkel von 38° dürften 300m kein Problem sein! Das konnten wir aber bisher noch nicht ausprobieren! Als Scorpion konnten wir 1,10m lange und ca. 680g schwere Eschenholzspeere mit Eisenspitzen 160m weit schießen! Dabei wurde ein 8cm Lärchenbalken im 45° Winkel durchgehauen. Baujahr 2004/2005

Burg Falkenstein


Die Aktionen wurden möglich durch Spendengelder und durch die finanzielle unterstützung des Denkmalamtes. Ganz besonders wollen wir uns bei folgenden Leuten für deren Unterstützung bedanken:
Der Familie Schmid, Besitzer der Burg und somit die letzten Kirnsteiner!
Der Freiwilligen Feuerwehr Flintsbach welche uns das Wasser zum Mörteln in die Burg pumpte!
Dem Kirnsteiner Ritterbund, der uns auch finanziell unterstützte, mithalf und für manche Brotzeit sorgte.
Und dann vor allem der Firma Franz Sandbichler, Maurermeister, ein Meister seines Faches.
Ohne dessen Tatkraft, Rat und seinen Maschinenpark wären wir nie fertig geworden.
Merci Franz!
Und natürlich allen anderen welche uns durch ihre Spenden das ein oder andere "Sacklzement" ermöglichten!

Die Bilder oben sind vom Herbst 2006. Wir arbeiteten in historischer Gewandung mit altem, damals gebräuchlichem Werkzeug an der Ostmauer. Schmid und Tischler reparieren die Werkzeuge oder stellen neue her, ein Steinmetz haut die Steine zu, die Maurer rühren den Mörtel und mauern die Löcher zu. Im Zuge dieser arbeiten wurden wir auch vom Bayrischen Fernsehen gefilmt. Bei den Arbeiten 2005 an der Westmauer war es in dieser Form nicht möglich sondern wir arbeiteten im normalen Arbeitsgewand, da wir unter Zeitruck standen. Außerdem hätte wohl jeder drei neue komplette Gewandungsgarnituren gebraucht!